Liebevolle 70mm - „The Hateful Eight“ im Zoo Palast Berlin

Am Donnerstag habe ich es mal wieder ins Kino geschafft: Die Tickets für eine der ersten „The Hateful Eight“-70mm-Vorstellungen in Kino 1 des Zoo Palast hatte ich mir gleich zu Beginn des Vorverkaufs Mitte Dezember gesichert.

Projektoren des Kino 1 im Zoo Palast
© Julian Rademacher 2013-2016

Der Zoo Palast ist eines von vier Kinos in Deutschland, die an der 70mm-Roadshow teilnehmen. Der Film wird dort also auch - zusätzlich zur normalen, digitalen - in der analogen und gleichzeitig 19 Minuten längeren Version vorgeführt.

Auf IMDb erhält der Film „nur“ 8/10 Sternen. Wie bei vielen Filmen gehen die Meinungen der Kritiker auch hier teilweise stark auseinander. Häufig wird der etwas zähe und langsame Start bemängelt. Gerade diesen fand ich aber sehr gut gelungen. Ich fühlte mich gleich von der ersten Sekunde an in einen winterlichen Western versetzt.

Wer sich mit dem Film schon beschäftigt hat oder den Trailer oben gesehen hat, der weiß schon viel vom Hintergrund der Geschichte: acht Personen treffen in einem Schneesturm in „Minnies Miederwarenladen“ aufeinander. Zum Inhalt des Filmes will ich weiter auch nicht viel verraten, aber das Drehbuch selber wurde noch vor Produktionsbeginn illegal online veröffentlicht und daraufhin in Teilen öffentlich von Tarantino und den zukünftigen Darstellern im United Artists Theater in Los Angeles vorgelesen.1

The Hateful Eight has been nominated for 3 Academy Awards! #TheHatefulEight #Oscars #OscarNoms
pic.twitter.com/nevjBsaFVd — The Hateful Eight (@thehatefuleight) 14. Januar 2016

Die Nominierung in den Oscars-Kategorien „Beste Nebendarstellerin“ (Jennifer Jason Leigh), „Beste Kamera“ (Robert Richardson) und „Beste Filmmusik“ (Ennio Morricone) kann ich absolut nachvollziehen. Die Filmmusik bekam am 10. Januar schon den „Golden Globe“ verliehen2 und ist aus meiner Sicht ebenfalls sehr gelungen.

Meine Bewertung

Fazit:
Mir hat der neueste Quentin Tarantino Streifen sehr gut gefallen.
Besonders die Nähe - gerade auch bei den Dreharbeiten und der Nachbearbeitung - zu den alten Western fand ich authentisch gewählt: Die Verwendung der schon früher selten genutzten, analogen 65mm-Filmnegativen („Ultra Panavision 70“) sorgt allein schon für die richtige Stimmung.

Warum ist immer die Rede davon, dass es Quentin Tarantinos achter Film ist?
Ist er sich nicht schon an viel mehr Filmen beteiligt gewesen?

Ich vermute, dass hier die Filmografie als Regisseur herangezogen wird.
In dieser sind mit „The Hateful Eight“ zwar insgesamt zehn Filme gelistet:

  • 1987: My Best Friend’s Birthday
  • 1992: Reservoir Dogs – Wilde Hunde (Reservoir Dogs)
  • 1994: Pulp Fiction
  • 1997: Jackie Brown
  • 2003: Kill Bill – Volume 1 (Kill Bill: Vol. 1)
  • 2004: Kill Bill – Volume 2 (Kill Bill: Vol. 2)
  • 2007: Death Proof – Todsicher (Death Proof)
  • 2009: Inglourious Basterds
  • 2012: Django Unchained
  • 2015: The Hateful Eight

Aber: „My Best Friend’s Birthday“ wurde bei einem Laborbrand zum größten Teil vernichtet, Reservoir Dogs“ zählt somit als erster offizieller Film. Zusätzlich wird „Kill Billvermutlich als ein Film gerechnet.

Habt ihr den Film auch schon gesehen? Wie fandet ihr ihn? Lasst es mich und alle anderen Leser doch gerne via Twitter wissen.

Julian Rademacher („moortaube“)

Hinter „moortaube“ verbirgt sich der Berliner Blogger Julian Rademacher, der hier gerne über technische Dinge berichtet.

moortaube
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